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Buchdruck

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Buchdruck Artikel

Beim klassischen Buchdruck handelt es sich um ein Hochdruckverfahren, das in Europa durch Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden und etabliert wurde.

Heute werden Bücher meist in dem Offsetdruckverfahren gedruckt, selten in dem Tiefdruckverfahren. Letzteres wird meist für Zeitschriften und Kataloge benutzt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Detailtypografie. Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz Eine Beschreibung zum Buch "Detailtypografie. Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Geschichte und Entwicklung

Die älteste Verwendung des Drucks mit beweglichen Lettern lässt sich in Europa vor rund 3.500 Jahren nachweisen; der Diskos von Phaistos gilt als "das älteste, mit beweglichen Lettern hergestellte Druckwerk der Welt" (Bossert 1931). Die ältesten gedruckten Bücher wurden in dem so genannten Blockdruckverfahren hergestellt, bei dem jede einzelne Seite komplett in einen Holzdruckstock geschnitten und dann abgezogen wurde; daher spricht man hierbei von Blockbüchern.

Den großen Durchbruch für den Buchdruck in Europa erzielte jedoch Johannes Gutenberg, der den Druck mit beweglichen Lettern in dem Abendland einführte. Gutenberg schuf um 1450 die Grundlagen zur massenhaften identischen Herstellung von Büchern und damit zur Verbreitung bezahlbarer Information. Die gedruckten Bücher, die noch in dem 15. Jahrhundert entstanden, heißen auch Inkunabeln oder Wiegendrucke.

In Ostasien wurden einzeln geschnittene Lettern aus Metall in Korea bereits um 1232 entwickelt. Der Druck mit beweglichen Lettern läßt sich in China sogar bereits in dem 11. Jahrhundert als Erfindung von Bi Sheng nachweisen; seine Arbeitsmethoden wurden von Shen Kuo in den Meng Xi Bi Tang ("Traumstrom-Essays") aufgezeichnet.

Der Buchdruck, so wie Gutenberg ihn erfunden hatte, dauerte bis etwa 1930 in fast unveränderter Form an. Zwar wurden neue Schriften geschnitten (zum Beispiel Baskerville , Bodoni, Futura ), jedoch änderte sich nichts an der Art der Arbeit.

Im 20. Jahrhundert wurde die Arbeit des Setzers mechanisiert. Die Monotype, eine automatische Schriftgießmaschine, die einzelne Lettern nach einem Gießzettel goss, und die Linotype (diese goss ganze Zeilen), veränderten den Ablauf, jedoch nicht das Prinzip der Bleilettern. Erst um 1960 gab es fotomechanische Umsetzungen der Technik - den Fotosatz .

Heute werden Bücher vorwiegend in dem Offsetdruck produziert; Dieser Nachfolger des Foto(-Hand)satzes kommt aber in letzter Zeit in Bedrängnis durch die nächste Generation: Digitaldruck. Während beim Offsetdruck noch Vorlagen produziert wurden, verzichtet man bei Digi-Druckverfahren auf die Herstellung von Druckvorlagen völlig. Diese Techniken schaffen die Voraussetzungen für das "Book on demand".

Buch-Tipp: Die Digedags. Weltraum-Serie 02. Die Erfindung des Digedaniums (Mosaik (Junge Welt)) sehr schön Als Mosaik-Fan und eifriger Sammler bin, konnte ich mir dieses Buch natürlich nicht entgehen lassen. Meine Erwartungen haben sich auch voll und ganz erfüllt. Hannes Hegen hat mich wieder einmal durch seine anschauliche und gut erklärte Gestaltung begeistert.

Rolle Gutenbergs

Gutenbergs technische Leistung bestand darin, eine Reihe von Verfahren zu entwickeln, die das System des Buchdrucks erst ermöglichten:

Alle diese Entwicklungen waren jedoch zur Zeit Gutenbergs grundsätzlich bekannt und in dem ostasiatischen Raum seit rund zwei Jahrhunderten etabliert; möglicherweise gelangte das Wissen um diese Verfahren über Handeslwege wie die Seidenstraße nach Europa:

"Es scheint, dass Gutenberg die chinesischen Prinzipien ca. auf das deutsche Alphabet anwandte und einige technische Verbesserungen einführte" (Lio Guojun und Zheng Rusi, Die Geschichte des chinesischen Buches, Beijing 1988).

Es ist auch nicht jeder damit einverstanden, dass Gutenberg der (erste abendländische) Erfinder war; der Holländer Laurens Janszoon Coster könnte auch der erste gewesen sein.

Diese Überlegungen sind allerdings eher akademisch-historiographischer Natur, da Gutenbergs eigentliche Leistung nicht in der Entwicklung, sondern in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Etablierung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern liegt. In dem asiatischen Raum waren die Verfahren zwar bekannt und wurden auch genutzt, fanden jedoch aufgrund der staatlichen Monopolisierung keine vergleichbare Akzeptanz und Verbreitung. Der Buchdruck mit allen seinen wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftsgeschichtlichen Auswirkungen entwickelte sich in der uns heute bekannten Form als kulturprägende Informations- und Kommunikationstechnologie ausschließlich in Europa. Gutenbergs Leistung besteht darin, dieses Potenzial erkannt und genutzt zu haben.

Buch-Tipp: Die Digedags. Weltraum-Serie 07. Die Erfindung der Postrakete Mit den Digedags bei den Urmenschen Für Sammler ist dieses Buch ein absolutes Muss, die Weltraumserie gehört meiner Meinung nach zu den besten Heften der Digedags. Da ich die meisten meiner Original-Hefte "geerbt" habe, sind sie auch in dem entsprechenden Zustand (sehr häufig gelesen!!!) und nicht vollständig. Daher habe ich mich besonders über diese...

Bedeutung des Buchdrucks

Die Erfindung und Etablierung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bildet einen bedeutenden kulturhistorischen Einschnitt, der einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Informations- und Kommunikationsverarbeitung Europas einleitete.

Mediengenealogisch gibt es ca. wenige als vergleichbar grundlegend angesehende Meilensteine:

Die Medientheorie leitet aus Gutenbergs Leistung grundlegende Konsequenzen ab.

Der Buchdruck ermöglichte die exakte Reproduktion von Wissen in einem zuvor nie gekannten Ausmaß; während Bücher zuvor manuell in Skriptorien kopiert wurden, wurde der menschliche Faktor ersetzbar; auch Transkriptionsfehler bei der Abschrift wurden vermeidbar.

Die Autorschaft bekam Bedeutung; es wurde wichtig, wer etwas gesagt bzw. geschrieben hatte, was und wie er präzise formuliert hatte und wann dies zu datieren war; dies ermöglichte das Adressieren und Referenzieren von Urhebern; es entstand die Regel: "Ein Autor, ein Werk (Titel), ein Informationsbündel" (Giesecke 1989: 325). Zuvor hatte der Autor eine vergleichsweise kleine Bedeutung gehabt, die Abschrift eines Werkes von Aristoteles in Paris musste nicht identisch mit der in Bologna sein (vgl. Giesecke 1989: 325); teilweise war es gar nicht möglich, ein Werk einem bestimmten Autor zuzuordnen – dies war auch nicht von Bedeutung gewesen.

Bücher wurden normiert und standardisiert, indem sich die Kennzeichnung durch Seitenzahlen (Paginierung ), Inhaltsverzeichnisse, Register sowie Titelblätter durchsetzte.

Das Lesen veränderte sich; während Bücher zuvor laut (vor-) gelesen wurden, entwickelte sich der Ablauf des Lesens zu dem heutigen Stilllesen .

Eine allgemeine Alphabetisierung begann und leitete eine Bildungsrevolution ein.

Das Denken veränderte sich in Anpassung an die Schriftform; der visuelle Anteil an gedruckten Büchern (Illumination) wurde zurückgedrängt durch Prämierung der Linearität der Schrift; Argumentationen wurden streng kausal.

Die Ausdifferenzierung der Wissenschaften wurde beschleunigt und die wissenschaftliche Methodik setzte sich gegen das mitteralterliche Denken in Bildern und Metaphern durch (Wiedergeburt der Wissenschaft).

Wissen wurde allgemein zugänglicher, da gedruckte Bücher preiswerter als die handschriftlich kopierten waren, da es mehr Exemplare eines Buches gab und Schriften zu zirkulieren begannen. Nach - und Raubdrucke beschleunigten die Verbreitung weiter; die typographische Erfassung des gesamten "klassischen" Wissens dauerte ca. etwa fünfzig oder sechzig Jahre (Eisenstein 1969: 52). Latein als Universal- und Wissenschaftssprache wurde abgelöst durch Nationalsprachen, die zunächst jedoch noch dialektisch waren.

Die Zunahme an verfügbarem Wissen beförderte den Meinungsstreit und die gesellschaftliche Willensbildung.

Aus der zunehmenden geographischen Verbreitung von Druckwerken entwickelte sich die Notwendigkeit der Normierung und Standardisierung der Sprache; Dialekte werden in dem Druck verdrängt, die Herausbildung von Nationalsprachen beginnt, dies wiederum ermöglicht und fördert die Entstehung von Nationalstaaten.

Diese Entwicklungen werden auch unter dem Begriff der Gutenberg-Galaxis zusammengefasst oder auch als alphabetisches Monopol genannt. Die Weiterentwicklung und Auflösung dieses Medienverbundes behandelt Friedrich Kittler in seinen Diskursanalysen unter dem Begriff der Aufschreibesysteme, die schließlich zur heutigen Turing-Galaxis überleiten.

Ein Defizit dieser medientheoretischen Betrachtungen in der Tradition von McLuhan, Eisenstein, Kittler, Giesecke et al. ist die unzureichende Berücksichtigung der Bedeutung der visuellen Informationsgehalts an sich sowie der Rolle des Bildes in dieser Mediengenealogie (vgl. auch Iconic turn und Pictorial turn). Vergessen wird dabei beispielsweise, dass auch der Buchdruck zunächst einmal ein visuelles Medium ist: Schrift ist visualisierte Sprache.

Die erste visuelle Zeitenwende war der Übergang von gesprochener zu visualisierter Sprache, die weitere Entwicklung der Visualisierung verläuft jedoch nicht synchron zur Ausprägung des linearen Gutenberg-Universums. Die technische Reproduzierbarkeit des Bildes weist gänzlich andere, zeitlich versetzte Meilensteine auf und ist nicht ca. einfach eine Folgeerscheinung in dem Sog des Buchdrucks. Visuelle Meilensteine sind beispielsweise die Entdeckung des Mikroskops und des Teleskop, also die Nutzung des Lichts, sowie daran anschließend die Nutzung nichtsichtbarer Strahlen (erstmals bei der Verwendung der Röntgenstrahlen).

Auch die Erfindung und Etablierung der Fotografie um 1839 passt systematisch kaum in die schriftfixierte Betrachtung der Gutenberg-Galaxis. Vgl. hierzu auch Vilém Flussers technische Bilder, seine Kommunikologie sowie die Projektion der telematischen Gesellschaft.

Buch-Tipp: Die [neue] Lesetypografie Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Die [neue] Lesetypografie". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Schwarze Kunst und Schriftsatz

Verloren hat der Buchdruck aber seine Besonderheiten: Jahrhunderte waren die "Ritter der schwarzen Zunft" stolz auf ihren Beruf und ihre bemerkenswerten Leistungen. Ein hochdifferenziertes Regelwerk galt es zu befolgen.

Der Schriftsatz in heutiger Zeit kann aufgrund der Zeitvorgaben diesem nicht mehr folgen. Zwar gibt es in heutiger Zeit auch Software, mit denen Ligaturen (verbundene Lettern) gesetzt werden können, jedoch geht das Wissen um die Schwarze Kunst mehr und mehr verloren.

Noch gibt es einige Künstler, die Buchdruck üben wie Gutenberg vor 500 Jahren - und bei Treffen, beispielsweise in Mainz bei der Minipressen-Messe, dann wird wieder die Sprache der Schwarzen Kunst gepflegt. Dort geben Fachbegriffe den Ton an, zu dem Beispiel:

  • Zwiebelfisch: ein in dem Text erscheinender Buchstabe einer falschen Schrift
  • Hochzeit: ein doppelt gesetztes Wort oder eine doppelt gesetzte Zeile
  • Leiche: ein fehlender Buchstabe oder ein fehlendes Wort
  • Fliegenkopf: ein kopfüber gesetzter Buchstabe, der ein schwarzes Kästchen erzeugt
  • Schusterjunge: ein Seiten- oder Spaltenumbruch unmittelbar nach der ersten Zeile eines neuen Absatzes
  • Hurenkind: ein Seiten- oder Spaltenumbruch unmittelbar vor der letzten Zeile eines Absatzes
  • Alphabet: eine Folge von 23 Druckbogen
Buch-Tipp: Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Wichtiges Werk zur Wirklichkeit Dieses Buch ist sicher ein interessantes und wichtiges Werk, wenn man sich mit den Problemen der Wahrnehmung, Regelfindung und Konstruktion der Wirklichkeit auseinander setzen will. Es stellt m. E. eine gute Ergänzung zu Watzlawick's "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" dar. Die Kritikpunkte der anderen Rezensenten...

Siehe auch

Buch-Tipp: Druckwerke und Werbemittel herstellen Die Beschreibung für das Buch "Druckwerke und Werbemittel herstellen" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

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